Die Allerheiligenflut von 1570


Sturm auf dem Meer
Die schlimmste Katastrophe der prämodernen Zeit geschah im Jahr 1570 – die Allerheiligenflut. Am 1. November des Jahres peitschte sich das Wasser noch höher auf, als es 1953 geschehen sollte. Erstmalig war vor dieser Flut tatsächlich gewarnt worden: Der Domänenrat in Bergen op Zoom hatte am Morgen der Katastrophe eine Warnung vor einer sehr starken Flut herausgegeben. Besonders viel hat die Warnung nicht geholfen: es sollte die schlimmste Überschwemmungskatastrophe in der Geschichte der Niederlande werden.

Zahllose Deiche an der holländischen Küste versagten ihren Dienst und das Wasser richtete eine unglaubliche Verwüstung an. Die gesamte Küste von Vlanderen über Groningen bis Nord-West-Deutschland wurde überflutet. Vor allem das Gebiet rund um Antwerpen (das Saefthingher Land, wo vier Dörfer unter einer dicken Schicht Schlick verschwanden), Friesland (wo mehr als 3000 Menschen den Tod fanden) und Zeeland waren schwer getroffen. Aber eigentlich war es überall schlimm: In einem Brief an König Filips II berichtete Herzog von Alva, dass mindestens fünf Sechstel von Holland unter Wasser stünden.

Wieviele Tote tatsächlich zu beklagen waren ist nicht bekannt, aber die Zahl wird wahrscheinlich bei über 20000 gelegen haben. Zehntausende wurden obdachlos, Viehbestände und Wintervorräte wurden vernichtet.