Anstieg des Meeresspiegels

Der Meeresspiegel ist die Höhe der ruhigen See in Relation zum horizontalen Standardniveau. Der Amsterdamer Normwasserstand (auf niederländisch abgekürzt mit NAP) wird als Standardniveau gebraucht. Und wie Sie vielleicht schon im Artikel darüber gelesen haben, entspricht der Meeresspiegel nicht exakt dem Amsterdamer Normwasserstand, aber da der Unterschied nur sehr klein ist, wird der Meerespiegel bei NAP angenommen.

Nicht horizontal

Der Meeresspiegel selbst wird oft als Standardoberfläche benutzt und man sagt, etwas liegt „über oder unter dem Meeresspiegel“. Aber dieser Meeresspiegel zur Höhenbestimmung heranzuziehen, hat einen wesentlichen Nachteil: es gibt kleine Unebenheiten. Das heißt, dass der Meeresspiegel an einigen Stellen höher ist als an anderen. Ursachen dafür sind die Coriolis-Kraft und die atmosphärischen Einflüsse. Die Gezeiten beeinflussen den Meeresspiegel, weil Ebbe und Flut nicht unbedingt gleichzeitig entlang der niederländischen Küste auftreten. Dadurch ist die Meeresoberfläche nicht vollkommen waagerecht.

Eine andere Ursache für die Schwankungen ist die sogenannte Coriolis-Kraft. Die Coriolis-Kraft ist, einfach ausgedrückt, die aus der Erdrotation resultierende Kraft an der Erdoberfläche. Deshalb dürfte sich ein sich bewegendes Objekt auf der Nordhalbkugel nach rechts drehen, auf der Südhalbkugel hingegen nach links. In fließendem Gewässer verursacht die Coriolis-Kraft kleine Unebenheiten in kreuzweiser Richtung, als Resultat ist die Meeresoberfläche nicht exakt horizontal.

Anstieg des Meeresspiegels

Der Meeresspiegel ist seit dem Scheitelpunkt der letzten Eiszeit vor ca. 18.000 Jahren um mehr als 120 m gestiegen, ein Großteil davon bis vor 6000 Jahren. Von vor 3000 Jahren bis zum Beginn des 19. Jh war der Meeresspiegel nahezu konstant und stieg um 0,1-0,2 mm pro Jahr. Seit 1900 stieg er um etwa 1-3 mm pro Jahr bis 1992 Satellitenhöhenmessungen einen Anstieg von 3 mm im Jahr verzeichneten.