Brügge

Brügge ist die Hauptstadt der belgischen Provinz Westflandern und hat etwa 120.000 Einwohner. Das historische Stadtzentrum wurde im Jahr 2000 in die Liste der Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen. Zwei Jahre später war Brügge Kulturhauptstadt Europas.

Geschichte

Die aufgezeichnete Geschichte von Brügge begann vor mehr als 2000 Jahren mit der Gründung einer römischen Siedlung. Im 9. Jh. entdeckten und eroberten Wikinger die Stadt. Man nimmt an, der Name Brügge kommt vom altskandinavischen Wort „Bryggia“ für „Anlegestelle“. Im 11. Jh. schuf der ansteigende Wasserpegel die Meeresbucht Zwin, einem sehr nützlichen und schiffbaren Kanal, der aus allen Richtungen nach Brügge führte. Dank der guten Position zur Nordsee wurde die Stadt bald ein wichtiger internationaler Hafen, der eine entscheidende Rolle beim Handel zwischen Nord- und Südeuropa spielte. Doch nicht jeder kam in den Genuss dieses wirtschaftlichen Wachstums. Als die Bürger im Jahr 1302 an der Seite des Grafen von Flandern gegen den französischen König kämpften, führte diese Revolution zu einem flämischen Sieg. Als im 15. Jh. der natürliche Zugang zum Meer versandete, übernahm Antwerpen die Führungsposition unter den belgischen Häfen.

Stadtbild

Im Mittelalter wurde Brügge von neun schwer bewachten Toren geschützt, die den Zugang in die Stadt und heraus kontrollierten. Vier dieser neun Tore überstanden die letzten Jahrhunderte – Gentpoort, Kruispoort, Ezelpoort und Smedenpoort. Die Liebfrauenkirche hat den höchsten Ziegelturm Europas und beherbergt eine der wenigen Michelangelo-Statuen außerhalb Italiens: „Madonna und Kind“. Im Groeninge-Museum gibt es Exponate der flämischen Urbevölkerung. Der Belfried ist ein prächtiger Bau im Stadtzentrum, und diejenigen, die die 366 Stufen bis zum Turm hinauf nicht scheuen, werden mit einem unvergesslichen Blick über die Stadt belohnt.