Das Archaikum

Das Erdzeitalter des Archaikums begann vor etwa 4,5 Mrd. Jahren und endete vor etwa 2,5 Mrd. Jahren. Es war die Ära, in sich unser Planet formte. Als die Erde entstand, wurde so viel Energie freigesetzt, dass die vorhandenen Elemente schmolzen. In dieser kochenden Mixtur sanken die schwereren Bestandteile zum Erdkern. Deshalb besteht der Erdkern heute hauptsächlich aus Eisen und Nickel und die Erdkruste aus Silicium und Oxiden. Die Erdkruste ist so einzigartig, es gibt nichts vergleichbares in unserem Sonnensystem, auch nicht bei Planeten, die sonst Ähnlichkeiten mit der Erde aufweisen, wie Mars, Venus und Merkur.

Deep Impact

Da die zuvor genannten geologischen Prozesse vor sehr langer Zeit stattfanden, ist darüber nicht viel bekannt. Nach Vergleichen der Erde mit unserem Mond und anderen Planeten kommt man zu der Annahme, dass zwischen 600 und 700 Millionen Jahre nach der Geburt unseres Sonnensystems die Planeten zwischen der Sonne und der Erde mit Material von der Sonne bombardiert wurden. Trotz dieser heftigen Bombardements sind heute nur sehr wenige Krater auf der Erdoberfläche erkennbar. Der Unterschied zwischen der Erde und den anderen Planeten ist, dass die ganzen geologischen Prozesse die Spuren der Komenteneinschläge vernichtet haben. All diese Einschläge während der Erdgeschichte hätten sonst etwa 3000 Krater mit einem Durchmesser von jeweils mehr als 100 km hinterlassen.

Diese direkten Treffer hatten folgenschwere Konsequenzen. Zum einen nahm die totale Menge an Erdmaterial zu. Zum anderen wuchs das Spektrum an Elementen und die schweren Elemente (die in Richtung Erdkern sanken) wurden als Folge des Bombardements gespalten und beliebig über die Erdkruste verteilt. Sowohl auf der Erde als auch auf dem Mond gibt es nur sehr wenig Gesteine, die älter als 3,9 Mrd. Jahre alt sind. Durch die Einschläge war die Gesteinsbildung unmöglich. Eine Ausnahme sind Zirconiumminerale aus Australien, die zwischen 4,3 und 4,2 Mrd. Jahre alt sind.

Meerwasser: 70 Grad Celsius

Aus sehr alten Gesteinsfunden in der Antarktis und Grönland kann geschlossen werden, dass es vor ca. 3,8 Mrd. Jahren bereits Wasser gab. Von der gesamten Erdoberfläche waren nur zwischen 5 und 10 % Festland, die restlichen 90 bis 95 % bestanden aus ozeanischen Platten. Die Wassertemperatur betrug erstaunliche 70 °C - zum Schwimmen viel zu heiß. Die Platten waren ständig in Bewegung: Erdbeben und Vulkanausbrüche standen auf der Tagesordnung. Vor etwa 3 Mrd. Jahren änderte sich dieses Bild. Vor 2.800 bis 2.500 Mio Jahren nahm die Erdkruste an Größe zu. Von der heutzutage bekannten Erdkruste existierte bereits die Hälfte am Ende des Archaikums.

Photosynthese

Es ist erwiesen, dass es vor 3,5 Mrd. Jahren Leben auf diesem Planeten gab. 3,8 Mrd. Jahre alte Gesteine zeigen die Existenz von Stromatolithen (biogene Sedimentgesteine, die durch Cyanobakterien verursacht werden). Diese Stromatolithen spielten eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Atmosphäre, da ihre Photosynthese den Anteil an elementarem Sauerstoff in der Luft erhöhte. Photosynthesebetreibende Lebewesen können das Sonnenlicht als Energiequelle für den Aufbau an Zellmaterial nutzen.