Natur
Die Vergangenheit
Die Geschichte Zeelands beginnt vor etwa 150.000 Jahren. Die ältesten archäologische Funde stammen aus dieser Zeit: eine Steinaxt gefunden am Strand von Cadzand in Zeeland Flandern. Diese Region lag relativ hoch und war aus diesem Grund ein attraktiver Siedlungsort. Im Osten von Zeeland Flandern fand man viele Pfeilspitzen, die aus einer jüngeren Vergangenheit stammen und „nur“ 11.000 Jahre alt sind. Weil Zeeland in dieser Zeit oft überflutet war, lebten die meisten Menschen in den hohen Dünengebieten. Am Anfang unserer Ära dominierten tatsächlich hohe Dünenketten die Küsten. Das Gebiet hinter den Dünen sah ein wenig anders aus als heute. Zwischen den Dünen und den Sandböden von Brabant gab es ein Torfgebiet, das von Flüssen aufgeteilt war. 300 Jahre n.Chr. war fast die ganze Deltaregion überflutet und die meisten Menschen flüchteten in Anbetracht dieser Umstände.
Die ersten Deiche
Ab der zur Mitte des Mittelalters bekam die Wohngegend eine endgültigere Form. Flämische Abteien, die viel Land von Zeeland besaßen, ordneten das Eindeichen der damaligen Inseln an. Auch Handwerker spielten eine wichtige Rolle beim Eindeichen. Ihre Aufgabe war es, die Deiche, Wasserwege und Straßen zu überprüfen und instandzuhalten. Vom Ende des 13. und am Anfang des 14. Jh. wurde auf Walcheren eine Deichbaugruppe von Bauarbeitern und Handwerkern bestimmt. Im Jahr 1355 war Middelburg für den Deichbau auf Walcheren verantwortlich. Die Aufwendungen für dieses Projekt wurden mit der Eintreibung von Wasser-, Schleusen- und Deichgebühren aufgebracht. Diese Steuern wurden pro Gemet (altes Flächenmaß, ca. 0,4 ha) erhoben. Es wurde eine völlig andere Methode des Deichbaus angewandt. Alles musste von Hand errichtet werden. Wegen der hohen Kosten waren die Deiche kostbar und unverzichtbar für die Entwcklung der Deltaregion. Wenn man sich heutzutage umsieht, kann man immer noch Spuren des Kampfes gegen das Wasser finden. Beispiele dafür sind: geschwungene Deiche, Flussarme, Warften und geflutete Böden, wie etwa das überflutete Land von Saeftinghe („Verdonken Land van Saefthinghe“)
Naturschätze
Die Spuren vom Kampf gegen das Wasser sind einzigartig in der Welt. Sie sind „Naturschätze“ und nicht „natürliche Schätze“, weil sie nicht nur Auswirkungen eines natürlichen Prozesses sondern die des seit Jahrhunderten andauernden menschlichen Einflusses sind. Dazu ist die Kombination von Salz-und Süßwasser wichtig für die Entwicklung der Natur. In Zeeland haben die Süßwasserflüsse Rhein, Maas und Scheldt erstmals Kontakt mit dem Salzwasser der Nordsee. Aus diesem Grund gibt es in Zeeland viele Vögel, Säugetiere und Pflanzen, die sonst kaum irgendwo in der Welt auftreten. Die Pflanzen und Tiere können nur am Übergang von Salt- zum Süßwasser überleben. Viele Arten können nur in einem Typ von Umwelt leben. Wenn sich die Umwelt ändert, verschwinden diese Arten. Das sind die sogenannten „kritischen Arten“. Ihre An- oder Abwesenheit ist ein Indikator für das betreffende Ökosystem. Die Zuyder-Seekrabbe gibt es z.B. ausschließlich im Sickerwasser des Veere-Sees und des Nordseekanals in den Niederlanden. Tintenfische und Schlangensterne leben in der Oosterschelde, aber nicht im Grevelingen. Andere Arten sind weniger wählerisch und können in mehreren Umgebungen gefunden werden. Das sind die „toleranten Arten“. Einige Beispiele dafür sind Brotschwamm, Strandkrabbe, Brackwasseranemone und Aal. Aale leben sowohl in Süßwasser als auch in Salz- und Sickerwasser.







