Projekt Zeeweringen

Film über Deicherneuerungen der Seeländischen Inseln.
Video: Küstenschutz 1 zu 4000
Obwohl Zeeland sich keine Sorgen um Deichbrüche zu machen braucht, ist es doch nötig, das steinerne Gefälle bei einigen Deichabschnitten zu verstärken. Nach der Flutkatastrophe von 1953 wurden während der Deltawerke alle Deiche erhöht. Damals wurde nicht an die Steinverkleidung gedacht, die auf den meisten Hängen liegt. Beton und Steine sorgen für Stabilität des Deichs. Deren Stärke scheint nicht überall ausreichend zu sein.

Steinverkleidung

Ein Deich muss hohen Wasserständen und starken Wellen trotzen können. Ein Deich ist aufgebaut aus Zehen, der Untertafel, der Obertafel, dem Seitenstreifen und dem Unterlauf. Für dieses Projekt sind sowohl die Verkleidung, als auch der Kern des Deiches sehr wichtig. Auf dem Deich wächst oft Gras. Untendrunter, auf der Untertafel und (teils) auf der Obertafel liegen Naturstein oder Betonblöcke, die die ersten Wellen abfangen. Viele dieser Betonblöcke, die während der Arbeiten der Deltawerke platziert wurden, sind zu leicht. Das Projekt kümmert sich intensiv um Verstärkungen längs der Westerschelde und der Oosterschelde. Dort müssen bis zum Jahr 2015 respektiv 150 und 175 Kilometer Deich verstärkt worden sein. Seit 1996 koordiniert das Projektbüro Zeeweringen die Deichverstärkungen in Zeeland. Eine Zusammenarbeit zwischen dem Wasserministerium und den beiden Zeeuw'schen Wassergemeinschaften.

Norm 1:4000

Wann ist die Steinverkleidung eines Deiches stark genug? Das Gesetz der Wasserwehre (1990) schreibt vor, wie stabil ein Deich und seine Steinverkleidung sein müssen. Die Norm hängt vom Schaden ab, den ein Sturm in einem Gebiet anrichten könnte. In Zeeland ist die Sicherheitsnorm 1:4000. Beziehungsweise: Ein Deich muss einer Supersturmflut, die durchschnittlich einmal in 4000 Jahren vorkommt standhalten können. Zum Vergleich: In der Umgebung Rotterdams ist die Norm 1:10000.

Instandhaltungsarbeiten

Zwischen 1. April und 1. Oktober wird jedes Jahr an den Deichen gearbeitet. Dass ausgerechnet im Frühling und den (vollen) Sommermonaten die meisten Aktivitäten sind ist vielleicht unpraktisch für Erholung und Tourismus, aber für die Arbeiten unvermeidlich. Am 1. Oktober beginnt die sogenannte Sturmsaison. Dann darf nicht mehr an Deichen gearbeitet werden, da das Risiko, ein starker Sturm könnte Schaden verursachen zu groß ist. Die Planung neuer Deichabschnitte findet das ganze Jahr über statt. Ab 1. April dürfen die LKWs und Kräne wieder auf die Deiche fahren.

Mehr Meter schaffen

Für die Verstärkung der Deiche sind in Zeeland 918 Millionen Euro vorgesehen. Um alle Deichabschnitte, die in Betracht kommen bis spätestens 2015 fertig zu stellen, muss in einem hohen Tempo gearbeitet werden. Darin liegt für die Projektleitung eine ziemliche Herausforderung, da für Natur- und Umweltangelegenheiten Bewilligungen und Befreiungen nötig sind. Um das und andere Dinge gut und sorgfältig vorbereiten zu können, ist viel Zeit von Nöten. Der Vorbereitungsprozess kann pro Deichabschnitt schon ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen. Darum werden auch jährlich viele Kilometer in Angriff genommen.
Mehr Information: www.zeeweringen.nl