Vliessingen

Lotsen- und Yachthafen Vlissingen
Vlissingen
Vliessingen liegt auf der Halbinsel Walcheren, südlich von Middelburg an der Westerschelde. Die Stadt zählte 45.299 Einwohner am 1. Januar 2004 und umschließt West-Souburg, Oost-Souburg und Ritthem. Vliessingen ist die drittgrößte Stadt in Zeeland (nach der Einwohnerzahl).

Funktionen

Die Lage von Vliessingen an der Westerschelde spielte eine große Rolle. Vliessingen ist schon immer eine Hafen- und Industriestadt gewesen. Weiter im Inland liegt der Hafen von Antwerpen. Die Stadt liegt ebenso am Ende der einzigen Bahnlinie Zeelands und am Anfang (oder Ende) des Kanals durch Walcheren. Bevor der Westerschelde-Tunnel 2003 für die Öffentlichkeit zugänglich wurde, gab es auch eine Fährlinie von Vliessingen nach Breskens auf der anderen Seite von Westerschelde. Es gab auch eine Fähre von Vliessingen nach Sheerness (England). Heutzutage gibt es noch einen Fischereihafen,


Boulevard Vlissingen
eine Basis der Königlichen Marine und eine Station für niederländische und belgische Pilotendienste. Den maritimen Einfluss erkennt man auch an den verfügbaren Kursen in der Stadt. Die Zeeland Hochschule (Hogeschool Zeeland) hat eine Technische und Maritime Fakultät, die nach Michiel Adriaenszoon de Ruyter benannt wurde, einem lokalen Marineheld, der von 1607 bis 1676 lebte. Seine Statue steht auf der Stadtpromenade. Die Strände um Vliessingen ziehen im Sommer viele einheimische und ausländische Touristen an.

Stadtbild

Während des zweiten Weltkrieges litt Vliessingen stark unter der deutschen Bombardierung. Es wurden eine Menge historischer Bauten zerstört oder beschädigt. Als der Krieg vorbei war, musste die Stadt aufgeräumt werden. Der Gevangenpoort, ein runder Turm aus dem 16. Jh., ist das einzige Überbleibsel der Verteidigungsanlagen entlang der Promenade. Eine Reihe markanter Gebäude stammen aus dem 17. und 18. Jh. Die frühere Wertpapierbörse von 1635, das Tor des Cornelia Quack's Hofje von 1643 und die Rundstein-Oranjemolen auf dem Bollwerk an der Schelde von 1699. Die umgebaute St.- Jacobs-Kirche wurde im späten gotischen Stil gebaut, hat aber einen

Vorderansicht des Museums, das über mehrere Gebäude geht.
Zeeuws Maritiem MuZEEum
Turm aus dem 14. Jh. In Ritthem kann man eine umgebildete Kirche sehen, die ein Kirchenschiff aus dem 14. Jh., eins aus dem 16. Jh. und eine Kanzel aus dem 17. Jh besitzt. Östlich von Ritthem liegt Fort Rammekens, gebaut um das 16. Jh., um den Schiffszugang nach Middelburg zu kontrollieren. Ein paar Jahrzehnte später diente es als Bollwerk zur Abwehr gegen die spanischen Truppen von König Phillip II. Heutzutage ist das ein Naturschutzgebiet geleitet von der Forstkommission (Staatsbosbeheer). Die Buchten, die 1944 durch alliierte Bomben entstanden, sind Heimat vieler interessanter Pflanzen und Tiere.