Wasserwege

Die Wasserwege in den Niederlanden leiden unter keinem Wassermangel und die Infrastruktur ist auf hohem Niveau. Es gibt mehrere natürliche Wasserwege, nämlich die Flüsse. Im Verlauf der Zeit sind diese miteinander verbunden worden durch künstliche Wasserwege, den Kanälen. Um die unterschiedlichen Wasserstände zu regeln, wurde eine Normalhochreferenz eingeführt, um verschiede Wasserhöhen miteinander vergleichen zu können: den NAP, der Normale Amsterdamer Pegel.

Flüsse

Die Niederlande befindet sich an der Mündung von Rhein, Maas und der kleineren Schelde. Diese Flüsse werden, obwohl kleine Teile auch aus dem Schmelzwasser der Alpen abkömmlich ist, vor allem durch das Regenwasser gespeist. Andere kleinere Flüsse, die im Ausland entspringen und durch die Niederlande fließen, sind von trivialer Bedeutung im Vergleich zu den anderen 3.

Der Rhein – Der Rhein, der wichtigste Fluss in den Niederlanden, führt Schmelz- als auch Regenwasser. Die Indikatoren Schmelz- und Regenwasser-gespeist, leiten sich von dem Ursprung des Flusses ab: der Rhein wird sowohl durch Regenwasser als auch durch Schmelzwasser der Gletscher gespeist. Er findet seinen Ursprung in der Schweiz und fließt durch Deutschland und den Niederlanden, bevor er in der Nordsee mündet. Insgesamt, hat der Rhein eine Länge von 1.320km. Die Abflussmenge beträgt 2.200 m³ pro Sekunde (78.000 cu ft/s), wobei im Verlaufe des Jahres große Schwankungen auftreten können. Während eines Extremfalls in 1995, erreichte die Abflussmenge 13.000 m³ pro Sekunde (462.000 cu ft/s), während er in 2003 einen Tiefststand von 800 m³ pro Sekunde (28.000 cu ft/S) erreichte. Eine der Eigenschaften eines vom Regenwasser abhängigen Flusses, sind die großen Schwankungen zwischen höchster und niedrigster Abflussmenge, was bei einem von Schmelzwasser gespeisten Fluss viel geringer ausfällt. Wenn es stark regnet steigt der Pegel und wenn es weniger regnet, sinkt dieser. Der durchschnittliche von Gletscherschmelzwasser abhängige Fluss hingegen, zeigt eine mehr oder weniger konstante Menge, aufgrund des konstanten Schmelzvorgangs. Da der Regenfall während des Winter im allgemeinen größer als im Sommer ist, werden die höchsten Wasserpegel normalerweise im Winter erreicht.

Nachdem der Rhein die Niederlande erreicht, verzweigt er sich in 3 Hauptarme: die IJssel, den Niederrhein und den Waal. Die IJssel verzweigt sich in nördlicher Richtung, während die anderen zwei, bevor sie Rotterdam erreichen, sich zusammen mit der Maas wieder verbinden. Teile des Rheins sind als Kanal ausgebaut worden, um die Navigation auf dem Fluss zu erleichtern. Außerdem, garantiert dies die Wasserzufuhr im Norden der Niederlanden und vor allem die Speisung des IJsselmeers.

Maas – Die Maas ist ein nur aus Regenwasser gespeister Fluss und ist beträchtlich kleiner als der Rhein. Er entspringt in Frankreich und fließt durch Belgien und die Niederlanden, bevor sie in der Nordsee mündet. Obwohl der Fluss nicht als klein umschrieben werden kann (925km Länge), ist die Abflussmenge nur 10% der des Rheins. Die Schwankungen im Wasserpegel, sind dennoch viel stärker ausgeprägt, da er komplett vom Regenfall abhängig ist.

Die Schelde – Nur die Mündung der Schelde liegt auf niederländischem Grundgebiet. Der Fluss verbindet den zweitgrößten Hafen Europas, den von Antwerpen, in Belgien miet der Nordsee. Als der Deltaplan, nach der Flut im Jahre 1953, entworfen wurde, war der Hauptgrund die Westerschelde nicht einzudämmen, die Erreichbarkeit des Antwerpener Hafens nicht zu gefährden und mit ihm den wirtschaftlichen Beitrag an der belgischen Ökonomie zu garantieren.

Kanäle

Mindestens 36 Hauptkanäle wurden in den Niederlanden gegraben, meistens um die Erreichbarkeit zu den verschiedenen Häfen zu verbessern und sie mit den Hauptflüssen zu verbinden. Der Amsterdam-Rhein Kanal z.B., ist ein 72 km langer Kanal, der Amsterdam mit dem Rhein, und somit mit den Industrieregionen Deutschlands, verbindet. Ein weiteres Beispiel ist der Juliana Kanal, benannt nach der Königin Juliana, der einen Nebenweg darstellt, für einen beinahe unmöglich schiffbaren Teil der Maas. Der Nieuwe Waterweg ist der Kanal, der die Verbindung für größere Schiffe in Richtung Rotterdam und der Nordsee ermöglicht hat. Für diese Projekt wurden große Teile der Dünen abgegraben, um einen Weg zur Nordsee zu öffnen.

NAP

Der Normaler Amsterdamer Pegel (NAP) findet seinen Ursprung bei den Schiffen die in Amsterdam anlegten oder abfuhren. Die Schiffe mussten erst eine Schleuse passieren, um den Damm in der Amstel zu überwinden (der Fluss, von dem Amsterdam seinen Namen erhalten hat). Früher stieg während der Flut der Wasserspiegel außerhalb der Stadt höher an als in der Stadt. Um zu vermeiden, dass es zu einer Überflutung der Stadt kam, baute man eine Schleuse. Der Wasserspiegel wurde dann festgelegt, was letztendlich der NAP wurde. In 1683 ist ein offizieller Maßstab des NAPs aufgebaut, der noch immer in Amsterdam bewundert werden kann.

Das erste Mal, dass dieses Datum in der historischen Literatur Erwähnung findet, ist das Jahr 1673. 1818 wurde der NAP als nationale Referenzmarke anerkannt. In 1879 nahm Deutschland diesen über, nannte ihn allerdings Normalnull. Schweden und Österreich folgten daraufhin. Zweimal nämlich 1955 und 1973 wurde der NAP als Standardreferenzwert für die gesamte EU gewählt, um die Referenzwerte in anderen Ländern zu standardisieren. Viele europäische Länder haben aber noch immer ihre eigenen Referenzwerte, die auf die mittleren Pegel des Schwarzen Meeres, des Mittelmeers, der Nordsee und des Atlantischen Ozeans, und auf andere Gewässer bezogen sind. Der NAP ist dem durchschnittlichen Meerespegel an den Küsten in den Niederlanden ziemlich nahe.  Aber es bleibt ab zu warten ob der NAP als Referenzpunkt erhalten bleiben wird, da es mit den modernen Technologien möglich wird, um den durchschnittlichen weltweiten  Meeresspiegel zu berechnen, der logischerweise besser als Referenzpunkt für internationale Standards geeignet wäre.